It's time for an other change!

Wir sind definitiv gegen Kinderpornographie! (Eine kleine vergleichende Netzumschau)

Wie unterschiedlich die Medienwelten in Deutschland leider noch sind. Auf der einen Seite stehen die “Alten Medien” wie Zeitung, Rundfunk und die Fernsehanstalten und auf der anderen Seite die “Neuen Medien” zusammengefasst im Internet, ausgelebt im Web 2.0 durch Blogs, Twitter oder den Internetpräsenzen der “Alten Medien”. Die Kluft zwischen den Alten und Neuen Medien wurde die letzten Tage besonders deutlich. Ein Thema wirde im Internet ausführlich und ausgiebig diskutiert während diese Diskussion völlig an den “Alten Medien” vorbei ging oder eventuell sogar ausgeblendet wurde.

Das Thema ist heiß und brisant, so brisant, dass es gar nicht mehr polarisiert sondern schnell zu einem einheitlichen zustimmenden Kopfnicken führt, und doch ist dieses Kopfnicken, das Zustimmen gefährlich. Es geht um Kinderpornographie, genauer um die Zugangsbeschränkung zu eben jener im Internet. Die Ursula von der Leyen als unsere Familienministerin legt sich vor der Bundestagswahl ihre scheinende und auf Hochglanz polierte Heldenrüstung an, greift zur Lanze und tritt den Kampf gegen die Kinderpornographie im Internet an. Grundsätzlich und fast ausschließlich ein äußerst begrüßenswertes Vorhaben, auch wenn man sich fragt, warum jetzt erst die Politik großspurig diese Kampfansage bringt. Kinderpornographie ist leider kein neues Phänomen. Die anstehenden Bundestagswahlen lassen so manchen Verdacht nahe kommen, doch muss man diesen Verdacht verwerfen, denn es geht schließlich um den Kampf gegen die Kinderpornographie, und Politiker missbrauchen Kinderpornographie sicherlich nicht als Vorwand für ihre Hintergedanken und ihre Machtspielchen, oder? Dies wäre ja perfide und wäre eine erneute Ausnutzung der Opfern der Kinderpornographie.

Dazu ein Bericht des NDRs über Familienministerin von der Leyen. Besondere Beachtung sollte man auf die Podiumszene (ab 4:10) legen, in der Justizministerin Zypries die Bühne anscheinend zuspät betritt, weil sie von von der Leyen scheinbar nicht über die Veranstaltung informiert wurde (Machtspielchen). Deutlich wird, dass von der Leyen den Kampf gegen die Kinderpornographie als ihren Vorstoß prächtig verkauft hat, obwohl diverse andere Ministerien an dem Gesetzesentwurf mitgewirkt haben. Sie hat sich die Rüstung angelegt und zur Lanze gegriffen, und die Netzsperren zur angeblichen Eindämmung der Kinderpornographie im Internet als ihre alleinige Heldentat verkauft.

Gleichzeitig verkauft sie einen gemeinsamen Gesetzesvorstoß als ihren eigenen. -Zapp-Beitrag vom 06.05.2009

Doch was sind jetzt nun genau die Netzsperren, dieses bedrohlich wirkende Stoppzeichen, welches die Ministerin und die Vertreter der deutschen Provider mal mehr oder weniger glücklich in die Kamera halten? Eine kurze Beschreibung zum geplanten Vorgehen. Dieses Stopp-Zeichen sollen laut Gesetzesentwurf auf jenen Internetseiten erscheinen, auf denen Kinderpornographie verbreitet wird. Diese Seiten werden somit durch das Stopp-Zeichen scheinbar dem Besucher gesperrt. Die Sperrung erfolgt vereinfacht durch eine Adressumleitung. Benutzer, die die Internetadresse z.B. im Browser eingeben, gelangen nicht mehr auf die eigentliche Seite sondern werden auf einen anderen Server, auf dem dieses Stopp-Zeichen hinterlegt ist, umgeleitet. Die geplante Umleitung muss vom Provider installiert werden, genau dort, wo der Providerkunde, bzw sein Rechner, nach den IP-Adressen der Internetseiten fragt, einem sogenannten DNS-Server (vergleichbar mit einem Telefonbuch). Die große Schwäche dieser geplanten Umsetzung ist, dass sie sich sehr leicht und innerhalb von Sekunden umgehen lässt und somit eher wirkungslos als nützlich ist. Mehr Informationen findet man in dem äußerst empfehlenswerten Artikel von Redakteuren der c’t auf Spiegel Online auf den ich mich auch noch weiter beziehen werde.

Wenn diese Sperren so leicht zu umgehen sind, für wen sind dann die Sperren überhaupt geschaffen worden? Die Hauptkundschaft der angeblichen Kinderpornoindustrie würde das nicht kümmern, so ließe sich auf jedenfall der Sumpf der Kinderpornographie nicht austrocknen. Also bleibt nur der normale Surfer übrig, der angeblich davor geschützt werden soll zufällig auf Kinderpornoseiten zugelangen. Doch Experten bezweifeln stark, dass normale Surfer zufällig auf Kinderpornoseiten gelangen könnte. Also scheint es auf den ersten Blick wie ein Placebo-Effekt für die Politik, denn die Politiker können sich dann gegenseitig in ihr Poesiealbum, dass sie bei dem Kampf gegen die Kinderpornographie dabei waren.

Dass eine Kinderpornoindustrie im Internet überhaupt existiert wird von vielen Experten sogar bestritten. Hier ein paar Zitate aus dem Artikel auf Spiegel Online, die für sich sprechen:

Ein spezialisierter Ermittler des Landeskriminalamts Niedersachsen schilderte uns die Szene so: [...] Das Material sickert erst später ins Internet durch, etwa wenn die Kunden untereinander tauschen. Dann tauchen die Dateien zumeist im Usenet oder in Tauschbörsen auf. Für kommerziellen Handel über Webserver fielen ihm aus seiner langjährigen Berufspraxis nur zwei Beispiele ein.

Rechtsanwalt Udo Vetter hat häufig Personen vertreten, bei denen die Polizei Kinderpornografie gefunden hat. Er betont: “Alle haben die Kinderpornos aus Tauschbörsen, Newsgroups, Chaträumen, Gratisbereichen des Usenet oder aus E-Mail-Verteilern. Manche kriegen es auf DVD, ganz normal mit der Post.” [...] Der Rechtsanwalt bezweifelt sogar, dass es überhaupt eine Kinderpornoindustrie gibt. Nach seiner Schätzung handelt es sich bei 98 Prozent um Bilder und Filme, die schon seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten in Umlauf sind. Bei neuem Material weise vieles darauf hin, dass es sich um Missbrauch im privaten Umfeld handle, beispielsweise wiederholten sich die Kulissen nicht und die Qualität entspreche dem Niveau von Hobbyfilmern.

Die Jugendschützerin und Medienwissenschaftlerin Dr. Korinna Kuhnen analysiert in ihrem Buch “Kinderpornografie und Internet” sehr sachlich dieses kriminelle Phänomen. Ihrer Beobachtung zufolge exponiert sich die kommerzielle Kinderpornoszene nicht im Web, sondern entzieht sich der Verfolgung durch zunehmende Abschottung. Von offener Präsenz des einschlägigen Materials für Außenstehende könne längst keine Rede mehr sein. Nur bei “klarer Intention dürfte es für die Täter möglich sein, fündig zu werden.”

Es stellt sich letztendlich die Frage, welchem Zweck dienen diese Sperren, und wem dienen diese Sperren? Ursula von der Leyen betont ständig, das dies den Opfern diene, da so verhindert werden könnte, dass ihre Leiden weiterhin öffentlich und jedem zugänglich bleiben. Dies wäre sicherlich zutreffend, wenn die Inhalte wirklich aus dem Internet verschwinden würden und nicht weiterhin durch einen kleinen Eingriff im Browser den Pädophilen zugänglich wären. Selbst, bzw besonders, Missbrauchsopfer sind zum Teil gegen diese Sperren, wie zum Beispiel Christian Bahls vom Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren. Seinen Grund legt er verständlich in einem Golem Interview dar:

Weil er Kinderpornografie nicht bekämpft. Da ist irgendwo im Internet ein Missbrauch dokumentiert und die Bundesregierung schaut weg. Und sagt uns Bürgern, wir sollen auch wegschauen. Was noch viel krasser ist: Es werden zwischen den Staaten nur die Sperrlisten für die Filter ausgetauscht. Doch niemand bekämpft in seinem eigenen Land die Server, auf denen die Inhalte lagern.

Und hier setzt der eigentlich wichtige Punkt im Kampf gegen die Internetkinderpornographie an. Nicht Scheuklappen anlegen und Blickschutzwände für die Bürger und Politik aufstellen, sondern aktiv die Inhalte bekämpfen. Dies ist oft einfach und effektiv wie Carechild bewies. Auzug aus dem Spiegel Online Artikel:

Vor diesem Hintergrund machte jüngst die Kinderschutzorganisation Carechild ein aufschlussreiches Experiment. Sie verwendete dazu 20 Adressen aus der im Netz aufgetauchten dänischen Sperrliste. 17 der Seiten waren in den USA gehostet, jeweils eine in den Niederlanden, Südkorea und England. Carechild schrieb an die Abuse-Mail-Adressen der Hostingprovider und bat um Entfernung der Inhalte. Das Ergebnis: acht US-amerikanische Provider haben die Domains innerhalb der ersten drei Stunden nach Versand der Mitteilung abgeschaltet. Innerhalb eines Tages waren 16 Adressen nicht mehr erreichbar, bei drei Websites teilte der jeweilige Provider laut Carechild glaubhaft mit, dass die Inhalte nach augenscheinlicher Prüfung keine Gesetze verletzen oder der Betreiber für die abgebildeten Personen entsprechende Altersnachweise vorlegen konnte.

Erstaunlich wie zynisch dieses Resultat ist! Da scheint es der Politik scheinbar wichtiger zu sein Sperrlisten mit Adressen zu füllen als aktiv gegen die widerwertigen Inhalte vorzugehen, was jedem mit klarem Verstand als angebrachter und effizienter einleuchten sollte. Wenn das Beseitigen der meisten Inhalte so einfach, schnell und günstig ist, warum plant dann die Regierung Sperrlisten, welche vom BKA ohne richterliche Kontrolle gefüllt werden. Besteht die Wirksamkeit unseres Rechtsstaates nicht in der Gewaltenteilung? Mit diesen unkontrollierten und geheimen Sperrlisten wird die Exekutive gleichzeitig zum Ankläger und Richter, im schlimmsten Falle gesteuert durch Politische und Wirtschaftspolitische Interessen, wie man schon an den angemeldeten Begehrlichkeiten einiger Politiker (Stichwort: Gewaltvideos sperren) oder der Medienindustrie (Stichwort: Sperrung von Internetseiten, welche gegen das Urheberrecht verstoßen) erahnen kann. Das eigentlich widerwertige an der Sache ist, dass Kinderpornographie scheinbar als Vorwand  für die Installation von Netzsperren verwendet wird, wobei ich den guten Willen an der Sache einigen Politiker nicht einmal absprechen würde. Das prekäre ist aber die komplette Ignoranz der Politiker. So wird man als versierter Internetnutzer von Ursula von der Leyen der Pädophilie verdächtigt. Zitat:

“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen: Wen kenne ich, wer Sperren im Internet aktiv umgehen kann? Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internet-Nutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.”

Somit zählt nach Meinung unserer Familienministerin schon einmal jeder studierte Informatiker, schlimmer, jeder Schüler der mal ein Informatikkurs in der Schule besucht hat, als verdächtig Pädokriminell zu sein.

Im Laufe der letzten Wochen hat sich zumindest schon einmal im Internet Widerstand gegen diese wirkungslosen und äußerst fragwürdigen Netzsperren formiert, seit dieser Woche als Speerspitze eine Online-Petition auf der Bundestag.de Seite. Diese Petitions ist ausdrücklich nicht gegen den Kampf gegen Kinderpornographie, sondern gegen das gewählte Mittel des Wegschauens und Ignorierens und dem unkontrollierten Befüllen von Sperrlisten durch das BKA. Diese Petition ist inzwischen bei über 57.000 Mitzeichnern angelangt und ist somit die seit 2005 erfolgreichste Online-Petition. Wichtiger noch, es wird der Hauptpetentin Franziska Heine ein Rederecht vor dem Deutschen Bundestag eingeräumt. Doch die Reaktionen der Politiker sind wie zu erwarten weiterhin ignorant und grenzen zum Teil an Verleumdung.

„Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann. Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“ – Reaktion des Familienministeriums

Damit werden die Mitzeichner der Petition als dumm und realitätsfern diffamiert, wenn sie uns das Leid der Opfer unnötigerweise als “real, nicht virtuell” erklärt. Wenn man sich dann nochmal vor Augen führt, dass selbst Opfer mitgezeichnet haben, dann wird die Aussage zusätzlich beleidigend gegenüber den Opfern. Es sei noch einmal erwähnt, dass das Beseitigen der Inhalte aus dem Internet effizienter ist und erst wirklich das Anklicken der Inhalte verhindert.

“Das macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun mal einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht”- Von Guttenberg

Schade, dass Herr Von Guttenberg nicht mal die Petitionsschrift überflogen hat. Der Sinn dieser Petition ist es nicht, sich gegen die Sperrung und viel wichtiger die Beseitigung von “kinderpornographischen Inhalten” im Internet zu sträuben, sondern gegen die Art und Weise wie dies geplant ist. Zur Wiederholung, das BKA soll völlig unkontrolliert geheime Sperrlisten füllen. Gerade die an die Öffentlichkeit gelangten Sperrlisten der anderen Länder Dänemark und Schweden haben gezeigt, dass diese Sperrlisten gerne zweckeentfremdet werden.

Zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass das Thema leider überwiegend nur im betroffenem Internet diskutiert wird und kaum etwas von dieser Kritik aus dem Netz in die traditionellen Medien gelangt. Der Tagesschaubeitrag oben stellt leider eine Ausnahme dar, ich ich befürchte, dass dieser Beitrag auch eine Ausnahme bleiben wird. Dabei ist das Thema ebenso wichtig wie das Anklagen der Menschenrechte in China, denn die Tendenz der Politik zeigt, dass sie scheinbar schleichend dem Vorbild Chinas nacheifert. Tragisch, dass sich bei der Fülle der Politshows und Talk-Runden, keine Sendung sich bisher diesem Thema gewidmet hat, dabei steht mehr auf dem Spiel als nur das unbeschwerte surfen im Internet. Es wird einer exekutiven Gewalt ein unkontrolliertes Mittel zur Zensur in die Hand gegeben, und das widerspricht dem Rechtsstaatsprinzip.

Links:

Freitag, Mai 8th, 2009 at 16:49

“Killerspieler” gesellschaftlich gleichzusetzen mit Pädophilen?

Die meisten Menschen würden bei der Headline nun verständlicherweise zusammenschrecken und sich fragend an den Kopffassen. Was nach einer Stammtischparole von Mittsechziger in einer verrauchten Dorfkneipe klingt  kommt eigentlich vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. In seiner Presseerklärung vom 31.03.2009 schreibt er:

Portrait Herrmann

Joachim Herrmann

“In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.” – Presseerklärung vom 31.03.2009

Mit dieser Aussage werden Millionen von Spielern, nicht nur in Deutschland, diffamiert und auf unterstem Niveau Hetze gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe gemacht. Zwar muss ich selber anmerken, dass die Diskussion seit dem tragischen Amoklauf in Winnenden schon wesentlich sachlicher geführt wird als damals nach dem Amoklauf in Erfurt. Doch nehmen einige wenige Politiker zum Teil extremere Positionen an, die zum Teil den Zweifel aufkommen lassen, ob diese überhaupt noch für Ihren Job geeignet sind. Denn in erster Linie sollen Politiker in einer Demokratie das Volk vertreten und im Interesse des Volkes handeln. Das die Realität oft eine andere ist, hat man ja als halbwegs Politikinteressierter schon des öfteren feststellen müssen, doch in diesem Ausmaß ist es doch eher eine Seltenheit. Dieser Rundumschlag diskrimiert dabei noch nicht mal nur die Computerspieler sondern wird auch die Opfer von Kinderpornographie verletzen und erniedrigt die Opfer erneut.

Dass es dem Herrn Herrmann offenkundlich an Medienkompetent mangelt, hat sogar schon der Medienpolitische Sprecher der CDU festgestellt. Für mich wirkt es, als leide der Herr Herrmann zunehmend unter Realitätsverlust. Er solle sich nochmal in Erinnerung rufen, warum Kinderpornographie und die meisten Drogen verboten sind. Kinderpornographie und Drogen haben direkt reale Opfer, während es in Computerspielen virtuelle Kugeln auf virtuelle Personen hagelt. Wenn ein Spieler in Crysis einen Pixel-Menschen virtuell tötet, stirbt niemand reales durch Voodoo deswegen auf der Welt. Auch die Kausalität zwischen Amoklauf und Gewaltspielen ist nicht bewiesen, nein ist sogar extrem unwahrscheinlich, wenn man sich die Zahl der spielenden Menschen anschaut. Würde es eine solche Kausalität geben, müssten wir inzwischen täglich von mindestens einem Amoklauf hören und lesen.

Auch diese Doppelmoral stößt einem als Betroffener auf. Weder sind alle Drogen in Deutschland verboten, noch gibt es ernsthafte Forderungen von Politikern nach einem Alkoholverbot. Wieviele Unfalltote hat eigentlich inzwischen das Oktoberfest gekostet, oder allgemein Alkohol? Wieviel Ehen hat Alkohol zerstört und wieviele Kinder haben deswegen ein zerstörtes Elternhaus? Und trotzdem würde man nicht auf die Idee kommen Alkohol zu verbieten oder gar auf eine Stufe mit Kinderpornographie zu setzen. Warum? Weil die Allgemeinheit erkannt hat, dass es keine direkte Kausalität zwischen Alkohol und einem Unfalltoten gibt. Es kommt auf die Art der Verbindung und auf die Umstände an. Verantwortungsvoller Alkoholgenuss schadet niemanden und Eltern die sensibilisiert darauf achten, dass ihr Kind nicht den Alkohol missbraucht sind ausschlaggebend. Leider gibt es solche Eltern auch immer weniger. Was mich zur eigentlichen Ursache so mancher tragischen Erreignisse führt. Die sozialen Aspekte werden leider bei solchen Aussagen verharmlos, während man Dinge verteufelt, die man anscheinden selber nicht mal ansatzweise kennt. Computerspiele werden auf Unwahrheiten reduziert, und fatalerweise wird dann der Ursprung des Problem ignoriert.

Call Of Duty 4

Call Of Duty 4 (USK 18)

Gesetz dem Falle, es würden wirklich Gewaltspiele verboten werden (was aus meiner Sicht sehr unwahrscheinlich ist), was würde sich ändern? Nicht viel, denn auch jetzt gibt es die Möglichkeit Spiele zu indizieren. Man hätte hätte eine ganze Bevölkerungsgruppe kriminalisiert, und labile Personen bleiben trotzdem labil, wenn man weiter die sozialen Gründe ignoriert. Anstatt Mühen in blinden Aktionismus und Stammtischparolen zu verschwenden, sollte man wieder anfangen Bildung, unser wichtigstes Gut, ernster zu nehmen und unsere Schulen und Universitäten zum Aushängeschild Deutschlands werden zu lassen. Eine Bildung, auf die Deutschland stolz sein könnte, und kein Kind auf der Strecke bleibt. Aber anstatt mehr in Bildung zu investierten bleibt es oft nur bei Lippenbekenntnissen. Auch sollte man sich vor Augen führen, dass Deutschland sogar noch eine Wehrpflicht hat, und wo lernt der deutsche Mann, wenn er nicht Zivildienst leistet, besser das Tötungshandwerk? Gewaltspiele sind keine “Tötungstrainingssoftware”, zum realen Töten gehört mit Sicherheit mehr als einmal mit der Maus geklickt zu haben. Außerdem steht für viele Spieler nicht das Abschlachten oder Töten im Vordergrund, sondern der sportliche Aspekt bei Spielen wie Counter Strike oder der atmosphärische  Aspekt bei Spielen wie Call of Duty 4. Spiele bieten eine ganz andere atmosphärische Tiefe als Film, und auch deswegen sind Spiele so beliebt. Klar geht von dieser Tiefe eine Gefahr für Kinder aus, doch  die Verantwortung liegt bei den Eltern, und man sollte dieses Bewusstsein weiterhin fördern anstatt die Familie durch Gesetze und staatliche Regelungen zu ersetzen, denn das wird nie gelingen. Elterliche Führsorge lässt sich nie aus der Ferne ersetzen, dies würd nur zu einer weiteren Verkümmerung des Familienbewusstseins führen.

Früher waren es Bücherverbrennungen nun sind ist es die Forderung nach einem Verbot von Computerspielen mit Gewaltinhalt. Weg mit dem Feindbild “Neue Medien” und sinnlosen Verbotsforderungen.

Soweit war das mein Statement als überzeugter Spieler

PS.: Da ja auch oft von medieninkompetenten Politikern die Behauptung aufgestellt wird, dass Gewaltspiele überhand nehmen: USK Statistik 2008

Freitag, April 3rd, 2009 at 14:54

Fühlbare Touchscreens durch smartTOUCH

Auf der CES hat die Firma Artificial Muscle künstliche Muskeln auf Basis eines elektroaktiven Polymer, kurz EPAM (=Electroactive Polymer Artificial Muscle), vorgestellt, die mittels einer Spannung angesteuert werden können und sich entsprechend verformen. So kann man entweder Massen in Geräten in Bewegung versetzen (für Force Feedback) oder Oberflächen sich verformen lassen, Artificial Muscle die Technik smartTOUCH  Sich selbst verformende Oberflächen könnte man, wie die Firma bereits in der Praxis zeigte, für Touchscreens einsetzen um somit Buttons auf dem Bildschirm taktil fühlbar zu machen oder um Schieberegler fühlbar zu verschieben. Dies geschieht entweder durch Streifen unter dem Display, die entsprechend der elektischen Ansteuerung das Display anheben. In die Streifen ist ein sogenannter smartMOVE Film eingefasst, eben jenes elektroaktives Polymer. Durch Ausdehnung verdrängt der Film die Einfassung was dann zu einer lokalen leicht Wölbung und Anhebung führt, welche dann eindrückbar ist (siehe Video).

Sehr geniale Technik, die sicherlich nicht nur Spielkram sein könnte, sondern einen echten Mehrwert bei der Bedienung von Touchscreens bieten könnte. Sicherlich wird es aber noch ein Weilchen dauern, bis die ersten Geräte mit dieser Technik bezahlbar sein werden, wenn die ersten Geräte überhaupt künstliche Muskeln einsetzen werden ist noch unklar.

 

Links: 

News auf Golem.de
Artificial Muscle
PDF über smartTOUCH

Dienstag, Januar 13th, 2009 at 10:10

Windows 7

Die verflixte sieben oder nicht? Nun kann man es selber testen, seit Samstag/Sonntag kann man die Ultimate Version von Win7 in der Beta Version testen. Mein Urteil dazu ist: Es lohnt sich Win7 zu testen. Win7 ist subjektiv schneller, resourcensparender, flexibler und einfach ausgereifter. Wer sich gegen Vista gestreubt hat (warum auch immer, Vista ist aus meiner Sicht ein sehr gutes und runderes System als XP), dürfte eigentlich den umstieg auf 7 nicht bereuhen, außer man scheut das Neue.

 

Windows 7 Start

Windows 7 Start

 

 

Doch was ist neu in 7? Es sieht auf dem ersten Blick wie Vista 2.0 aus, doch unter der Haube steckt einiges neues. Zum Beispiel eine neue Taskleiste, die größte Neuerung seit win95. Programme lassen sich bequem an die Taskleiste anheften – pinnen (wie die Schnellstartleiste – QuickBar), Programme werden standardmäßig sofort gruppiert und jene Gruppen erhalten ein ausfühliches MouseOver mit Fenstervorschau. Sehr gewöhnungsbedürftig, nicht jedermanns Sache, doch kann einige Vorteile im Alltag bringen (Anm.: man kann das Verhalten der Taskbar aber auf das alte bekannte Verhalten zurück stellen). Ich werde die Tage noch den ein oder anderen Eindruck von Win7 niederschreiben, bisher sei aber gesagt, dass ich sehr angetan bin.

Anmerkung: Ursprünglich war der Download von Win7 auf 2,5 Millionen beschränkt aber bis zum 24 Januar ist die Beschränkung ausgesetzt, hier ein paar Links:

Windows 7 Beta Seite (benötigt einen live-Account) : http://www.microsoft.com/windows/windows-7/beta-download.aspx

Montag, Januar 12th, 2009 at 13:54

Planung läuft an… Projekt Beef Jerky

Nachdem ich vor Jahren mal von einem Bekannten aus Afrika super leckeres Dörrfleisch (Biltong) mitgebracht bekam, war ich regelmäßig in Deutschland auf der Suche nach etwas Vergleichbarem. Biltong sind getrocknete und marinierte Fleischstreifen, die recht schwer zu essen sind, da sie etwas dicker, und somit fester, sind. Leider war die Suche damals nicht von Erfolg gekrönt, zwar gibt es durchaus Dörrfleisch in Deutschland, so wie es auch das Wort im Deutschen gibt, aber es deckte sich nicht mit meinen doch recht speziellen Vorstellungen.

jerky_original_100g

Irgendwann habe ich dann Beef Jerky entdeckt. Wie Biltong besteht Beef Jerky aus getrocknetem Rindfleisch, ist dabei aber dünner, etwas saftiger und leichter zu essen. Es kommt ursprünglich aus den USA und ist dementsprechend anders etwas gewürzt als die afrikanische Variante. Während Biltong immer noch schwer in Deutschland zu finden ist, gibt es für Beef Jerky eine Hand voll Bezugsquellen, neben dem Internet habe ich sogar mal im Wal-Mart (nun REWE) Beef Jerky entdecken können. Das Problem hierbei ist leider der sehr hohe Preis, der natürlich auch deswegen zustande kommt, dass Beef Jerky aus teurem guten Rindfleisch, meist aus der Hüfte, hergestellt wird. Ich spreche von 6€/100g oder gar mehr.

Als mich letztens aber wieder der Appetit auf einen Beef Jerky Snack packte, habe ich wieder ein wenig im Internet rumgeforscht und nach guten Rezepten gesucht. Dabei bin ich auf eine Seite gestoßen, die eine sehr umfangreiche und bebilderte Anleitung für die Herstellung von Beef Jerky liefert. Da habe ich den Entschluss gefasst, dass ich demnächst mal einen Versuch unternehmen werde Beef Jerky selber herzustellen, da es wohl billiger sein wird und man sogar die Würze selber bestimmen kann. Ich freue mich drauf, und werde das Projekt direkt nach den Klausuren angehen und hier meine Erfahrungen kundtun.

Auf ein gutes Gelingen

Links:

Freitag, Januar 9th, 2009 at 07:20

Amarok2 RC1 unter Vista

 

Während die vorherigen Versionen von Amarok2 noch einige Probleme unter Vista hat (Scannen von Foldern führte zum Absturz und FLAC-Dateien konnten nicht wiedergegeben werden) scheint die neue RC1 Version sehr anständig zu laufen. Dabei schien das Problem kein Amarok Problem sondern eher ein QT-Problem gewesen zu sein.

Nun aber zu einer kleinen Einführung, wie man nun Amarok 2 in Windows testen und genießen kann. Zum Glück ist die Einrichtung und das Installieren Dank des KDE-Win-Installers leicht und unaufwändig. Beachtet aber die Hinweise am Ende.

Was man braucht:

  • ca. 285 MB für die Installation (!)
  • 108 MB Platz für temporäre Dateien
  • Internet
  • unter Vista Adminrechte
  • den KDE-Win-Installer (Download)

Wenn man den Installer heruntergeladen hat, dann öffnet man diesen. Ab hier kann man, wenn man sich das zutraut, einfach den Schritten folgen und darauf achten, dass man die neuste unstable Version (aktuell 4.1.80) unter Release Selection auswählt und unter Package Selection natürlich “amarok”, Abhängigkeiten werden automatisch aufgelöst. Für alle anderen eine kleine Anleitung:

  1. den Installer Starten und auf “Next” Klicken
    Start der Installation

    Start der Installation

  2. Installationsverzeichnis auswählen           

    Installationspfad auswählen

    Installationspfad auswählen

  3. Einfach wieder nur auf “Next” klicken           

    Installationsmethode belassen

    Installationsmethode belassen

  4. Pfad für den Download auswählen           

    Downloadpfad auswählen

    Downloadpfad auswählen

  5. Interneteinstellungen vornehmen (meistens nur auf “Next”)           

    Interneteinstellungen vornehmen

    Interneteinstellungen vornehmen

  6. Download-Quelle auswählen (ich empfehle: Central Europe, Germany (http://www.winkde.org))           

    Download-Quelle auswählen

    Download-Quelle auswählen

  7. Version auswählen           

    Hier die neuste unstable Version auswählen

    Hier die neuste unstable Version auswählen

  8. Installationspakete auswählen (amarok-msvc) evtl. ogg mitinstallieren (siehe Hinweise)           

    Amarok auswählen

    Amarok auswählen

  9. Download und Installation abwarten und Kaffee machen           

    Downloadbalken beobachten

    Downloadbalken beobachten

  10. Installation           

    Installationsfenster

    Installationsfenster

  11. Fertig!           

    Installation abgeschlossen

    Installation abgeschlossen

  12. Amarok unter Windows

 

Amarok2 RC1 unter Windows

Amarok2 RC1 unter Windows

 

Demnächst folgt noch eine kleiner Anleitung wie man Amarok richtig einrichtet, aber Amarok ist recht intuitv, probiert ein wenig rum.

Link: Offizielle Amarok Seite

Freitag, Dezember 5th, 2008 at 01:28

NDA Down! War Is Coming

So nun ist es soweit, die NDA (ca. Verschwiegenheits Vereinbarung) von der Warhammer Online: Age Of Reckoning ist gefallen. Nun dürfen die Beta-Tester Eindrücke, Bilder und Videos aus der Beta in die Öffentlichkeit tragen. Prompt findet man auch an jeder Ecke Eindrücke aus der Beta. Auch ich werde hier evtl., sofern das meine Zeit zulässt, paar Bilder und Videos veröffentlichen. Gern würde ich auch ein umfassenden Bericht schreiben, aber mir fehlt die Zeit dazu.

Kurz Fazit: Es wirkt erwachsener und dunkler als WOW, es wir das MMORPG-Genre nicht umkrempelt, macht aber Spaß und man wird sehen, wie sich es noch nach dem Release entwickeln wird. Note 3++

Nun noch ein paar Bilder und Videos.

Bilder:

Übersicht meiner Beta-Screenshots (300+)
Zufälliges Bild aus der Sammlung

Videos:

Warhammer Online Cinematic (HQ Download)

Squigtreiba und 3 Squigs (HQ Download)

T4 Keep Sightseeing (HQ Download)

UI-Modifizierungsmöglichkeiten (HQ Download)

Streams:

http://warhammeronline.tv/users_media.php?uid=37

Donnerstag, August 21st, 2008 at 03:27

Amarok 2 Alpha Released!

Es geht vorran! Amarok 2 sollte eigentlich schon längst fertig sein, nicht nur weil ich endlich auch unter Windows mit Amarok meine Musik genießen möchte sondern auch weils schon letztes Jahr angekündigt wurde. Wer Amarok nicht kennt, Amarok ist ein Musik-Player für Linux (KDE) und meiner Meinung der beste und innovativste Player. Wer einfach nur einen Player möchte um Musik abzuspielen, der ist mit Amarok sicherlich falsch beraten und sollte eher zu Foobar greifen. Wer aber seine Musik neu erleben und neue entdecken möchte, der wird in Amarok den Meister unter den Playern finden. Amarok ist eher eine Musikdatenbank mit Abspielfunktion. So können spezielle Infos zur aktuellen Band angezeigt werden, zum Song werden ähnliche Songs und Bands gefunden und kann so seinen Horizont erweitern. Cover werden automatisch verwaltet und aktualisiert. Die Playlist kann automatisch befüllt werden, abhängig von der aktuellen. Und vieles mehr.

Amarok Logo

Klingt gut? Da gibt es halt momentan noch ein Problem, denn Amarok 2 wird die erste Amarok-Version sein, welche auch nativ unter Windows laufen soll, doch die aktuelle Alpha liefert keinen Installer mit (keine Sorge, den wird es mit Sicherheit zur Beta geben). Ich für meinen Teil werde auf jedenfall versuchen Amarok 2 zu kompilieren und sollte ich erfolgreich sein, werde ich eine kleine Anleitung für Mutige veröffentlichen.

Screenshot von Amarok 1.4

http://amarok.kde.org/

Freitag, Juli 11th, 2008 at 07:20

Willkommen zum Reroll

Ich habe soeben mal fix mein Blog neu aufgesetzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Bedeutet, dass ich die alte Datenbank gelöscht habe. Wer angemeldet war muss sich erneut anmelden, sofern natürlich gewünscht. Wer die alten Artikel lesen möchte, hat leider Pech;) Sie waren so oder so zu lang, viel Sinn und Unsinn, wenig wertvolles. Dies wird sich jetzt auch nicht ändern, nur gibt es jetzt mehr Pseudoness (siehe Skin).

Viel Spaß mit dem Lesen

Freitag, Juli 11th, 2008 at 06:12